Rasanter Aufstieg einer jungen Mannschaft

Training extrem: klirrende Kälte, Dunkelheit, grelles Flutlicht und 14 motivierte Fußballer auf dem Platz. Die Truppe von Grün-Weiß-Heßler hat beim Training Spaß.

Um das Jahnstadion herum ist es dunkel. Nur Flutlicht beleuchtet den roten Ascheplatz. Noch bevor die ersten Mannschaftsmitglieder von Grün-Weiß-Heßler auf den Platz kommen, bereitet Trainer Francesco Iacino das Training vor. Er legt Stangen auf Pionen, steckt an einer anderen Station eine Eisenstange in den Boden. Danach legt er kleine gelbe und rote Hütchen auf den Boden, um die Sprintstrecken zu begrenzen. Weiße Fußbälle liegen auf dem Boden. Schritte sind zu hören. Ein Spieler kommt auf den Platz gerannt. Ein anderer folgt ihm. Der Erste nimmt den Ball und wirft ihn auf den Platz. Der Zweite nimmt ihn an. Schon wird gekickt – noch bevor das eigentliche Training beginnt. Nach und nach kommen auch die anderen Fußballer auf den Platz gerannt. Sie spielen sich gegenseitig den Ball zu.

:: „Teilt euch in Gruppen auf und dann geht’s los.“ ::

Zum Aufwärmen erklärt Iacino jede der insgesamt vier Stationen.

„Fünf Meter Sprint nach den Übungen. Dann auslaufen und langsam zurück zum Anfang laufen“, weist er seine Mannschaft an. Drei Mal muss jeder einzelne Spieler eine Station gemacht haben. Die erste Aufgabe besteht darin, über die vier Pionen mit den Stangen zu hüpfen, sprinten und auslaufen. Bevor es weiter geht, stehen Dehnübungen auf dem Programm. „Dehnen, dehnen, Leute. Sonst gibt es Zerrungen“, ruft der Trainer immer wieder. Nach mehr als 20 Minuten ist der Teil auch abgeschlossen.

:: Fußball im Pott und ein traditionsreicher Verein ::

Fußballverrückt ist der Gelsenkirchener von sich aus. Weit ab von Schalke gibt es viele lokale Mannschaften, die in Kreisligen spielen. Die Mannschaft Grün-Weiß-Heßler ist eine davon. Die noch junge Mannschaft von Iacino besteht erst seit 1,5 Jahren. Davor gab es zwei Jahre keine Truppe. „Warum nicht eine Mannschaft auf die Beine stellen und sich im Verein organisieren?“, dachten sich die Kumpel Alfredo Mancuso, Francesco Foreniti, Paolo Scalia und Francesco Iacino. Das war vor drei Jahren. Die Freunde spielten in verschiedenen Vereinen. „Alle wollten in einem Verein spielen“, sagt Iacino. Der 32-Jährige ist gebürtiger Gelsenkirchener mit italienischen Wurzeln: „Wir wollten bei Grün-Weiß einen Neuanfang machen.“

Aller Anfang ist schwer, das mussten auch die motivierten Männer feststellen. Erst zwei Jahre nach der ersten Idee kamen immer mehr Spieler hinzu. Inzwischen sind es 16 bis 18 Mitglieder, die regelmäßig am Training teilnehmen.

Bei dem Verein, für den sie jetzt kicken, bekamen sie die Chance. Gegründet wurde der bereits 1921 und hat eine lange Tradition. Der Name wurde genutzt und nach und nach kamen immer mehr Spieler hinzu. Iacino bekam die Chance auf den Trainerposten. Sofort griff er zu. „Ich wollte immer schon Trainer sein.“ Irgendwann möchte er den Trainerschein machen.

:: Erfolgreicher Aufstieg ::

Nun steht eine junge und gleichzeitig erfahre Mannschaft auf dem Platz.

Letztes Jahr gaben sie ihr Debüt in der Kreisliga. Doch das reichte nicht. Die Truppe besitzt genug Ehrgeiz. So gelang direkt nach einem Jahr in der Kreisliga C der Aufstieg. „Wir wollen gerne in die Kreisliga A“, so Iacino, „Aber wir wollen uns erst einmal in der Kreisliga B etablieren.“ Angstgegner gibt es keine. Sie wollen nur eines: Erfolgreich in der Liga spielen.

„Dieses Jahr fehlen uns die Punkte, um in die Kreisliga A aufzusteigen“, sagt Francesco Pianta. Der 28-Jährige Profi-Boxer ist begeisterter Fußballfan. Das Training beim Verein dient ihm als Ausgleich zum harten Box-Sport. „Beim Fußball ziehen alle an einem Seil. Das ist etwas anderes, als beim Boxen.“

:: „Nicht stehen bleiben!“ ::

Das Aufwärmen und Dehnen ist beendet. Nun freuen sich alle auf das, weshalb sie da sind: Eine Runde kicken. Schnell teilen sich alle auf. Sieben gegen sieben. Das Spiel der Mannschaft ist schnell. Mal sind die Pässe und Ballkontakte kurz oder lang. Immer wieder hallen „Komm, komm“ Rufe durch das Stadion. Natürlich bleiben Zurufe, was verbessert werden muss, nicht aus. Die Mannschaft spielt dynamisch und hat sichtlich Spaß. Da bleibt es auch nicht aus, dass ein Spieler den anderen fault und diesen so zu Fall bringt. Nach so einem Fall, wenn es gar nicht anders geht, spielt sogar der Trainer mit.

Nach gut 45 Minuten ist das Spiel vorbei. Eine verschwitze, aber zufriedene Mannschaft verlässt den Platz.

Wie es war? „Es hat Spaß gemacht“, antwortet Pianeta.

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