Wenn Bikes fliegen …

Der Geruch von Benzin lag in der Luft. Das Knattern der Maschinen erinnerte an Rasenmäher. Am Samstagabend flogen keine Gartenutensilien durch die Veltins Arena, sondern die besten Freestyle-Motocross-Fahrer. Am Ende des Abends sollte eine Nation Weltmeister sein.

‚Freestyle of Nations – Night of the Jumps’ dieses Motto darf wortwörtlich genommen werden. Dazu noch höher, schneller, weiter und vor allem: spektakulärer. Der anderen Nation immer einen Sprung voraus sein. Aber nicht ohne Motorrad. Diese Aufgabe hatten 24 Fahrer aus acht Staaten zu meistern. Gemeldet waren jedoch neun Teams – Russland musste sich nach dem Qualifying am Vortag verabschieden.

Doch zurück zum Anfang.

:: Das Debüt auf Schalke ::

Für den Kampf der Länder wurde die beste Halle gesucht. Doch diese Suche gestaltete sich mehr als schwierig. Nicht Berlin, Hamburg oder München. Gelsenkirchen hat ‚auf Schalke’ die besten Bedingungen. Die erste Hürde war somit genommen. Mit großen Veranstaltungen wie Biathlon, Fußball oder Konzerten kennt man sich aus. Doch »Motocross ist mehr Aufwand, als ein Fußballspiel«, so Moritz Beckers-Schwarz vom FC Schalke 04 Arena Management. Dennoch war die Freude groß, mit ‚Freestyle of Nations’ eine weitere WM in der Veltins Arena auszurichten.

Um die Arena für den Event vorzubereiten, standen die Veranstalter vor einer logistischen Herausforderung. Rund 290 Lkws fuhren 4000 Tonnen ‚Dirt’, Rampen sowie die gesamte Technik in die Halle.

Auch die Fahrer waren von dem Ausmaß der Halle begeistert, denn so eine Strecke – oder wie es im Fachjargon heißt ‚Track’ – gab es bisher noch nicht. Zumindest nicht in einer Halle. »Der Druck bei einer Heimveranstaltung ist groß. Wir hoffen auf die Unterstützung vom Publikum«, sagte Lukas Weis vom deutschen Team.

:: Die Eröffnung ::

Es hätte nicht klischeehafter sein können. Der Abend begann mit jeder Menge Feuer. Neben Feuerkünstlern gab es eine Pyroshow. Danach wurde jede Nation einzeln begrüßt. Auch die im Qualifying ausgeschiedenen Russen durften die Atmosphäre in der Arena genießen. Was sich das deutsche Team, vertreten durch Lukas Weis, Hannes und Luc Ackermann, gewünscht hatte, ging in Erfüllung. Das Publikum begrüßte sie mit lautstarkem Jubel und Tröten. Die musikalische Untermalung des Abends war gitarrenlastig. Rockklassiker wie AC/CD’s ‚Highway to hell’ durften nicht fehlen. Das kam beim Publikum gut an.

:: Der Wettkampf ::

Ausgetragen wurden insgesamt sechs Disziplinen: Race & Style, Synchro, Best Trick, Best Whip, Maxxis Highest Air und Freestyle.

Den Anfang machten bei jeder Disziplin die Australier vertreten durch Joel Brown, Truman Carroll und Robbie Marshall.

Die erste Hürde wurde mit Maxxis Highest Air genommen. Hierbei stellte jedes Team einen Fahrer, der zwei Versuche hatte, über eine Latte zu kommen. Ziel ist es, trotz eines geringen Anlaufs über eben jene Latte zu springen, welche über einem Erdwall gebaut wurde. Angefangen wurde bei acht Metern, Schluss war bei fast zehn Metern. Der Italiener Massimo Bianconcini gewann diesen Teil der Weltmeisterschaft. Doch es kamen noch fünf weitere Disziplinen.

Da beim Maxxis Highest Air immer wieder die Erdwand präpariert werden musste, stand zur Überbrückung die erste Runde Freestyle auf dem Plan. Hierbei zeigte wieder je ein Fahrer pro Nation sein Können. Präsentiert wurden die besten Tricks und Sprünge. Dabei flogen die ‚Rider’ bis zu 30 Meter weit und elf Meter hoch durch die Luft.

Nach zwei Runden konnte das Team aus Spanien mit Danny Torres diese Disziplin für sich entscheiden. Torres überzeugte auch mit seinem besten Trick in ‚Best Trick’. So zeigte Luc Ackermann beispielsweise einen 9’Oclock. Dabei sind die Hände des Fahrers am Lenker und die Maschine wird zur Seite weggedreht. Fahrer und Maschine stehen auf »9 Uhr«.

Mit dem ‚Best Whip’ wird der Ursprungstrick gezeigt. Beim ‚Whip!’ soll das Motorrad so quer wie möglich in der Luft liegen. Hier waren jeweils zwei Fahrer auf der Strecke. Keiner war so gut wie Marcelo Simones aus Brasilien. Da konnte Lukas Weis nicht mithalten.

Die Spanier gewannen auch neben der Kategorie ‚Best Trick’ auch die ‚Second Round Freestyle’. Bei ‚Freestyle’ wird auf die Nutzung der Strecke und die Anordnung der Tricks sowie deren Schwierigkeit Wert gelegt.

Rasant wurde es bei ‚Race and Style’. Hier lieferten sich zwei Fahrer ein Duell. Eine vorgegebene Strecke musste gefahren werden. Natürlich nicht ohne den ein oder anderen Trick in der Luft. Hier setzte sich der 28-jährige Franzose Brice Izzo durch.

Jeder Fahrer legte zu Beginn oder nach seinem Lauf eine kleine Showeinlage ein. Diese wurde von den Judges mitbewertet. Die Fahrer wurden vom Publikum angefeuert. Damit glich die Arena nach einer Weile einem Hexenkessel. Dieses spornte die Athleten nur noch mehr an.

Eine Herausforderung für die Fahrer: ‚Best Synchro’. Hier waren zwei Fahrer eines Teams am Start. Sie mussten möglichst synchron abspringen und den gleichen Trick zeigen.

:: Die beste Freestyle Nation ist … ::

Platz Drei ergatterten die Franzosen David Rinaldo, Brice Izzo und Jeremy Rouanet. Auf Platz Zwei landeten die Tschechen, vertreten durch Libor Podmol, Petr Pilat und Martin Koren.

Dany Torres, Maikel Melero und Jose Miralles hatten die Nase vorn. Somit kam das Beste Freestyle Team aus Spanien und damit Weltmeister.

»Es ist ein großer Tag für Spanien. Es war ein harter Wettkampf und das Publikum extrem laut«, so Dany Torres.

Luc Ackermann vom deutschen Team: »Es war eine tolle Erfahrung, im Team zu fahren. Nächstes Jahr wollen wir aufs Podium und werden alles probieren, um weit vorn mitzufahren.« Aber dennoch sei er »relativ zufrieden. Alle sind heil geblieben – außer Lukas, der einen kleinen Crash hatte«. Die Deutschen Fahrer wurden sechste.

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