Journalistin und nu?

Ich arbeite ja nun schon nicht erst seit gestern im Journalismus. Doch gerade zu Beginn war folgender Satz immer Gang und Gebe: „Du kommst doch überall umsonst rein.“ Ein Irrtum, was viele nicht glauben, es gibt oft genug Absagen für Akkreditierungen. So auch bei der Eishockey-WM in Köln. Das ist ein besonders schwieriges Kapitel, denn ich weiß aus zuverlässigen Quellen, dass fast ausschließlich nur Hobby-Fotografen da waren. Die großen Agenturen haben alle der Reihe nach eine Absage bekommen. Mehr werde ich dazu nicht schreiben, denn der Verband Deutscher Sportjournalisten (VDS) ist an der Sache dran.

Viele in meinem Freundes-/Familien-/ und Bekanntenkreis haben gar keine Ahnung, mit was man sich als Journalist so rum zuschlagen hat. Sie sehen nur, dass man für umsonst reinkommt. Dass aber danach auch noch Arbeit auf einen wartet, sieht kaum jemand. Meistens habe ich nach einer Veranstaltung immer noch mindestens eine Stunde Arbeit vor mir. Der Text muss geschrieben werden, Bilder müssen bearbeitet werden. Da kann man schon mal vergessen, dass es sich um eine Veranstaltung handelt, bei der der normale Besucher Spaß hat. Okay, zu 90% machen auch mir die Veranstaltungen auch Spaß, auf denen ich bin. Doch letztendlich ist es nichts anderes, als ein Job, damit alle anderen Bilder und Texte zu dem Event haben, die sich anschauen und durchlesen können. Meist sind es schöne Erinnerungen, bei denen ich als Journalistin versuche, alles so sachlich und neutral wie nur möglich zu beschreiben. Jeder soll sich sein eigenes Urteil bilden können.

Neulich war ich zu einem Pressegespräch eingeladen. Nichts besonderes, lediglich die Vorstellung eines Kalenders in Form eines Adventskalenders für eine große Kirmes. Tja, ich war die einzige Journalistin. Das war der letzte Termin vor dem Feierabend. Was soll ich sagen? Ich habe mir Zeit genommen, denn für Pressegespräche kalkuliere ich gerne mehr Zeit ein. Meine Gesprächspartner waren überrascht, dass sich jemand von der Lokalzeitung soviel Zeit genommen hatte. Das kannten sie gar nicht. Mich verwundert so etwas, denn wenn sich hinterher noch ein Gespräch entwickelt, bei dem man über alles, was das Thema betrifft, spricht, gibt das dem Text noch einmal einen anderen Blickwinkel. Danach hatte ich noch gut zwei Stunden zu tun. Den Text schreiben, korrigieren etc. Da denkt normalerweise keiner dran. Auch meine Gesprächspartner fragten mich, wie das in meinem Beruf abläuft. Die Zeit habe ich mir genommen.

Mir geht es darum, den Blickwinkel auf die Arbeit eines Journalisten zu ändern. Denn mein guter Freund meinte mal zu mir: „Das ist ein wichtiger Job, den du machst.“ Das denke ich auch, deshalb werde ich der nächsten Zeit einmal darüber schreiben, mit was Journalisten konfrontiert sind. Wie ich arbeite, Dinge, die mir gefallen und auch die ungeschönte Wahrheit wird ans Licht kommen. Denn vieles ist nicht so, wie es scheint.

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