Frauenpower im Springsattel

Neben den Deutschen Meisterschaften in der Dressur wurden auch der Meister und die Meisterin im Springen ermittelt. Bei den Damen konnte sich Laura Klappharke mit Silverstone behaupten. Bei den Herren konnte sich Simone Blum mit Alice gegen ihre männlichen Konkurrenten durchsetzen.

Junge Amazone Meisterin der Springreiterinnen

Die neue Deutsche Meisterin im Springreiten ist gerade einmal 23 Jahre jung und hat mit dem neunjährigen Silverstone auch ein noch unerfahrenes Pferd unter dem Sattel. „Ich kann das noch gar nicht glauben, mit seinen neun Jahren hat er (ihr Pferd Silverstone, Anm. der Redaktion) das so toll gemacht. Der Parcours war anspruchsvoll, aber er war fair gebaut. Silverstone ist sechsjährig zu mir gekommen, er gehört Paul Schockemöhle. Er ist manchmal ein bisschen speziell, ist schon mal ein bisschen überehrgeizig, aber er will immer alles richtigmachen“, sagt die junge Amazone nach dem Titelgewinn. Trainiert wird sie von Franke Sloothaak, der ihr riet, sie solle den Ritt genießen.

„Zwei gleichwertige Umläufe zu liefern ist heute die Herausforderung. Am Wassergraben verlieren die Reiter leicht so ein bisschen die Kontrolle, danach keinen Fehler zu kassieren – das ist Kopfsache“, sagt Parcours-Chef Frank Rothenberger.

Wie auch schon im Vorjahr wurde Angelique Rüsen mit dem ebenfalls erst neunjährigen Carlson.

Vanessa Borgmann und ihr elfjähriger Holsteiner Caspar waren zum ersten Mal bei der Deutschen Meisterschaft in Balve dabei und wurden glatt dritter. „Caspar hat in den letzten Wochen schon gezeigt, dass er das auf jeden Fall kann. Aber er ist auf diesem Niveau noch nicht so erfahren. Ich bin hier ohne Druck hingefahren, dachte ich schnuppere mal rein. Für mich war das in Balve die erste Deutsche Meisterschaft bei den Senioren.“ Ihr Ziel sei die Rheinische Meisterschaft.

So ließen die jungen Amazonen große Namen wie Janne Friederike Meier-Zimmermann, Jörne Sprehe, Katrin Eckermann oder die mehrfache Deutsche Meisterin Eva Bitter hinter sich.

Simone Blum lässt Herren hinter sich

Anders, als bei den Deutschen Meisterschaften der Springreiterinnen, in der nur Frauen mitreiten dürfen, dürfen auch Damen in der Wertung der Herrenkonkurrenz mitreiten. Hier konnte sich ebenfalls mit Simone Blum eine Amazone behaupten.

In vier Umläufen blieb Simone Blum mit ihrer Stute die jenige mit den wenigsten Fehlerpunkten. Lediglich 0,25 Zeitfehler aus dem ersten Umlauf hatte sie mitgebracht. So blieb es bis zum Schluss spannend, denn bis zum vierten Umlauf war Christian Kukuk mit Colestur fehlerfrei. Dann gab es in der letzten Runde kurz vor Schluss noch zwei Abwürfe. Insgesamt hatten es die Aufgaben in sich. Sie forderten Kraft, Geschicklichkeit, Kondition, Schnelligkeit und Wendigkeit ab.

Parcourschef Frank Rothenberger: „Die Zeit war, wie am Freitag knapp bemessen, eine Wegstrecke von 365 m war zurückzulegen.“ Die Schwierigkeiten des bis 1,60 m hohen und bis 1,70 m breiten Parcours waren der 3,50 m breite Wassergraben, sowie Distanzaufgaben und technisch anspruchsvolle Aufgaben. „Da ist nicht immer jede Distanz ganz passend gebaut“, so Rothenberger.

Simone Blum wurde vom Bundestrainer Otto Becker geraten, in der Herrenkonkurrenz zu starten, da „Simones Pferd ist hervorragend gesprungen, ich hatte sie schon für Hamburg auf dem Schirm, wollte sie aber langsam aufbauen. Ein Paar, was wir in Zukunft einbauen werden.“ Auch Blum ist mit der Leistung ihrer Stute zufrieden. „Der Unterschied zwischen Alice und einem sehr guten Pferd ist nochmal enorm. Mit Alice habe ich ein Ausnahmepferd!“  Den Platz möge sie ganz gerne, denn bereits letztes Jahr war sie mit Alice hier Deutsche Meisterin geworden – allerdings bei den Damen. So konnte Blum Holger Hetzel mit Legioner hinter sich lassen. Das Paar hatte zum Schluss 0,75 Zeitfehler aus dem ersten Umlauf mit und blieb die letzten drei Umläufe fehlerfrei. „Ich gebe zu, dass ich auf die Deutschen Meisterschaften in Balve hingearbeitet habe. Mein Plan ist aufgegangen. Danke an die Veranstalter. Das Turnier ist wirklich perfekt. Familiär und hochkarätig. Hier wird auf jede Kleinigkeit geachtet, dass merken wir Reiter. Wir wünschen uns, dass die Deutsche Meisterschaften immer hier ist“, gestand Hetzel. Bronze ging an Rolf Moormann, der gehofft hatte, unter die Top Zehn zukommen. „Ich hatte vier Fehlerpunkte aus dem ersten Umlauf und habe mich total geärgert. Ich habe gehofft unter die ersten Zehn zu kommen, dass ich jetzt auf dem dritten Platz bin, macht mich besonders stolz. Mein Pferd Samba de Janeiro ist noch recht unerfahren, aber es hat eine außergewöhnliche Grundqualität und macht alles für mich.“

Für den Bundestrainer Otto Becker sind die Karten für Aachen und die Europameisterschaften dieses Jahr neu gemischt. „Simone Blum und Laura Klaphake stehen auf jeden Fall auf der Liste für Aachen und die Euro. Ich freue mich, wenn wir neue Gesichter dabeihaben.“

 

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