Journalistin? Echt Jetzt?

Nun ja, als Journalist hat man es nicht leicht. Okay, manchmal jammern wir auf hohem Niveau. Dazu noch der Stress, ständig aktuell sein zu müssen. Oder auch der Umgang mit einem Journalisten will gelernt sein. Man kommt viel rum, die Arbeit ist, je nach Verlag/Medium mies bezahlt. Aber man erlebt viel und der Beruf wird nicht langweilig.

Was mir in den letzten Jahren passiert ist, möchte ich hier nun einmal erzählen.

Seit dem Wort „Lügenpresse“ habe ich immer wieder interessante Reaktionen auf meinen Beruf. „Schreib doch mal die Wahrheit“ ist nicht selten ein Satz, der oft fällt. Wenn das mal so einfach wäre.

Wahrheit?

Oft darf man nicht die Wahrheit schreiben, weil man sonst seine im besten Falle, Dauerakkreditierung los ist. Macht man es doch, so muss man mit einem vier-Augen-Gespräch rechnen. In diesem Gespräch wird einem dann mitgeteilt, dass man mit der Art der Berichterstattung nicht einverstanden ist. Das machen gerne Vereine, die gerade eh schon andere Schwierigkeiten haben, als das, was da gerade noch geschrieben wurde. Spezielle Fälle will und werde ich nicht schreiben. Mir ist es vor vielen, vielen Jahren, einmal passiert. Da gab es eine E-Mail, dass ich mich nicht so zu äußern habe, wenn ich weiterhin die deutschsprachige Pressearbeit machen möchte.

Shit happens

Dann gab es einmal einen Vorfall, bei dem sich jemand missverstanden hat. Auch da gab es eine böse E-Mail. Ich habe die Sachen korrigiert. In diesem Fall hatte ich es nicht mit Absicht gemacht. Aber wenn sich jemand falsch verstanden fühlt, dann wird eben alles an dem Text zerfetzt. Zu diesem Zeitpunkt war ich noch im Studium.

Auch bei meiner Tageszeitung gab es einen Zwischenfall, der allerdings recht amüsant war. Die Sache mit den Namen ist nicht immer einfach. Man schreibt sich den Namen falsch auf und schon ist es passiert. Kann passieren. Die betroffene Person hat es mit Humor genommen und ich habe mich dafür entschuldigt.

Als freier Journalist hat man keinen Einfluss darauf, was die Kollegen in der Redaktion aus dem Text machen. Das habe ich auch schon mitbekommen. Doch meine Kollegen haben meine Texte bisher nie komplett umgeschrieben. Es ist bisher bei mir noch nichts schief gegangen, bis auf das eine Mal mit dem Namen.

Vor ein paar Tagen war ich beim Physiotherapeuten. Man kam auf die WAZ Bochum, für die ich nicht schreibe, aber Kontakte in die Redaktion habe. Meine Physiotherapeutin sprach mich darauf an, warum es immer nur Fußball sei, über den berichtet wird. Ich habe ihr dann alles erklärt. „Das erklärt, warum die immer aus Squash Badminton machen“, sagte Frau Physio.

Vereine und Pressearbeit

Doch nicht nur Journalisten machen Fehler. Auch Vereine. Meistens haben die Menschen, die sich mit der Presse rum zuschlagen haben, keine Ahnung, wie man mit Journalisten umzugehen hat. Es gibt Regeln für den Umgang mit der Presse, wenn diese sich schon erbarmt, ein hart erkämpftes Thema in die Zeitung zu bringen. Getreu dem Motto „Das hat ja jetzt geklappt. Wir haben ja jetzt Sie!“ muss man auch diese Beziehung pflegen. Das sollte in beider seitigem Interesse sein. Doch dann darf man nicht einen Satz später sagen, dass man den und den anschreiben müsse, weil etwas nicht geklappt hat. Liebe Vereine, sich erst freuen, dass sich jemand drum kümmert ist in Ordnung, aber es geht nicht, dass man sich einen Atemzug später gleich beschweren will.

Im laufe der Zeit habe ich ja einiges erlebt, wenn es um Termine geht. Besonders, wenn diese lang sind. Damit meine ich, ein paar Stunden. Man arbeitet dann im Sinne eines Vereins, wenn man anwesend ist, indem über die Veranstaltung berichtet wird. Einem Journalisten dann ein Getränk anzubieten, ist wirklich nett und auch angebracht. Meistens fällt der Text bei eben dieser Kleinigkeit etwas netter aus, das wissen nur die wenigsten 😉

In diesem Sinne: Seid nett zu Journalisten, es sind keine Götter und allwissend (auch wenn sie gerne so tun), sind sie auch nicht 😉

 

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