Nachruf: Sir Christus ist gestorben

Diese Nachricht gab es immer wieder und deshalb habe ich sie nicht ernst genommen: Sir Christus, ex-Gitarrist der finnischen Band Negative ist gestorben. Das bereits letzte Woche. Bitte bedenken, dass ich 2008 noch auf komplett anderen Niveau gearbeitet habe, als ich es heute tue.

Was soll ich schreiben? Natürlich könnte ich über das Leben des Sir Christus schreiben. Aber ich kannte ihn nicht einmal. Es gibt einen Moment, in dem ich ihn gesehen habe und kurz nach einem Foto gefragt habe. Auf das Konzert soll

te man seinen Bruder besser nicht ansprechen. Peinliche Aktion vom Sir. Naja, das Foto entstand im Jahr 2008. Die Band Negative kannte ich seit, ich glaube, 2005. Ende 2007 wurde Christus aus der Band geworfen. Darüber gibt es viele, viele Gerüchte, wieso, weshalb, warum. Mir jedoch schnuppe, denn mit dem Ausstieg von Christus, der ein offensichtliches Drogen-und Alkoholproblem gehabt hatte, ist bei mir einiges passiert. Deshalb ist dieser Nachruf auch etwas anders. Es geht um die Entwicklungen, die es seit 2008 bei mir gegeben hat. 2008 war für die Negative-Fans ein sehr aufwühlendes Jahr. Es wurde bekanntgegeben, dass ein Gary Keskinen nun die zweite Gitarre spielt. Es gab im April 2008 ein Konzert von Negative mit Keskinen. Es stand nicht fest, ob die Band in diesem Jahr noch nach Deutschland kommen würde. Blöd. Also bin ich mit einer Bekannten nach Finnland geflogen, um mir ein Konzert auf dem Tammerfest anzusehen. So bin ich Gary Keskinen das erste Mal begegnet. Nach dem Konzert. Am selben Abend spielte Matthau Mikojan ein Konzert, der jüngere Bruder von Christus. Christus hat die Bühne gestürmt und es wurde peinlich. Mehr will ich dazu nicht schreiben. Ganz nüchtern war er nicht, soviel kann sich jeder denken. Doch was ich gesehen habe, war ein Vater, der seine kleine Tochter in den Arm nahm. Die wohl einzige Person, die er anscheinend wirklich geliebt hat. Dieses Bild hat sich bei mir eingebrannt. Eingebrannt hat sich bei mir auch ein total betrunkener Christus, der versucht hat, ein Fahrrad zu schieben und über die Straße zu kommen. Aber auch der Gitarrist, umjubelt von kreischenden Fans. der Star im Rampenlicht ist mir in Erinnerung. Mal in guter Verfassung, mal total daneben. Das war Christus auf der Bühne.

Daher bin ich Christus doch dankbar. Denn ohne seinen Rauswurf bei Negative wären viele Dinge nicht passiert. Ohne die Band hätte ich viele Freunde nicht kennengelernt.

Schaue ich mir das Leben an, so wurden die beiden Brüder schon früh von dem Verlust des Vaters geprägt. Eine alleinerziehende Mutter, die das irgendwie hingekriegt hat. Und nun muss die Mutter den Tod des Sohnes verdauen. Kurz vor Weihnachten.

Ich wünsche der Familie viel Kraft, dass sie diese dunklen Stunden auch überstehen.

Ruhe in Frieden, Sir Christus.

 

Werbeanzeigen

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s