Ein Jahr ist es her …

Ich schwelge in Erinnerungen. So ziemlich genau vor einem Jahr war ich im Stress. Hatte Nervenzusammenbrüche und habe die wohl bisher bedeutendste Arbeit bisher abgegeben. Meine Bachelorarbeit. Was habe ich sie verflucht, was habe ich das arbeiten an ihr geliebt. Es war mein Projekt, das sich über zwei Jahre hingezogen hat. Recherche, Analysemodell erstellen, Statistik auswerten und dann schreiben.

Hilfe, ich habe einen Abgabetermin

Was habe ich geflucht und geheult. Ja, ich habe wirklich unter all dem Stress und Druck geheult. Meine Nerven waren angespannt. Je näher der Abgabetermin rückte, umso mehr hatte ich Nervenflattern. Klappt es auch alles so, wie ich es will? Nein, diese verdammte Statistik bei der Auswertung hat teilweise nicht gepasst. Ich habe mit Freunden nachts da gesessen und alles noch einmal gezählt. Der Adrenalinpegel war so hoch, dass ich kaum noch geschlafen hatte. Ich war deshalb sehr, sehr gereizt. Ein falsches Wort und ich ging unter die Decke. Nein, es war für mein Umfeld keine einfache Zeit. Ich hatte alles fertig getippt, in einer Nacht haben zwei Freunde Korrektur gelesen. Die eine hat mir alles per Nachricht rüber geschickt, die andere hat am Telefon gesucht und gefunden. Wie oft musste sie mich beruhigen, weil da einfach diese Mauer oder der Gedanke war „Ich schaff das nicht“. Sehr oft. Das kann ich so sagen.

Wenig Schlaf 

Nach nur 1,5 Stunden Schlaf habe ich mich wieder ran gesetzt, noch mal alles durchgeschaut und noch mal Fehler gefunden. Alles für den Druck fertiggemacht, ab in die Druckerei und auf den Weg geschickt. Ob ich danach erschöpft war, kann ich nicht einmal sagen. Ich war wie in Trance. Nicht ansprechbar. Dass die Arbeit vom Tisch ist, habe ich erst Tage später realisiert. An die Wochen zwischen dem Kolloquium und der Abgabe kann ich mich kaum erinnern. Ich habe versucht, mich abzulenken. Dann war er da. Tag X, auf den viele in meinem Umfeld hingefiebert haben. Ich erhielt immer wieder Nachrichten, wann es denn so weit sei. Diese habe ich nicht beantwortet, weil ich den Termin für mich selber haben wollte. Es gab tatsächlich nur eine Person, die neben meinen beiden Prüfern den Tag kannte. Okay, im Studiengang wussten alle den Termin – zumindest die Jenigen, die mich noch kennen.

Alles zu Ende

Das Kolloquium war der reinste Horror. Nur vor der mündlichen Prüfung in Medienrecht hatte ich mehr Angst. Meine Professoren waren gnädig. Zum Glück waren wir uns bei einigen Punkten einig, sodass ich wegen dem Ergebnis nicht enttäuscht bin. Deshalb hielt es sich in Grenzen mit der Angst. Aber dennoch fühlte ich mich, wie ein Kaninchen vor der Schlange. Es hätte besser sein können.

Nach all dem Stress und den Panikattacken kam es, das große, schwarze Loch. Was nun? Hmmm … Ich bewarb mich auch verschiedene Stellen und stellte hinterher im Gespräch fest: Das ist nichts für mich. Wo ich hin wollte, wusste ich nicht. Dann kam das Angebot der Tageszeitung und ich bereue die Schritte, die danach gekommen sind, kein bisschen. Im Gegenteil, mir hat mein bisheriger Weg gezeigt, dass Noten nicht alles sind. Was zählt, ist die Praxis und nicht die theoretische Note auf dem Papier.

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2 Gedanken zu “Ein Jahr ist es her …

    • Die letzten zwei Monate waren der blanke Horror. Vor allem, wenn man die Statistik gleich mehrmals machen muss, weil etwas nicht gestimmt hat 😉
      Aber die Erleichterung war dann doch ein tolles Gefühl 😃
      Wie war es bei dir?

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