Deutschland, deine Raser

Essen Motorshow 2017 (Foto: Jenny Musall)

Ich muss mir jetzt einfach mal Luft machen, sonst platze ich! Wie der eine oder andere aufmerksame Leser vielleicht mitbekommt, bin ich vollkommen aufgeschmissen ohne einen fahrbaren Untersatz. Letztendlich verbringe ich viel Zeit im Auto und fahre auch längere Strecken. Somit fallen mir natürlich auch Dinge auf, die sich auf den Straßen abspielen. Und sie nerven! Dazu sind sie verdammt gefährlich – für alle Beteiligten.

Besonders Nachts gibt es auf den Autobahnen kein Pardon mehr. Da wird gerast, gedrängelt, gehupt und die Lichthupe angeschmissen. Besonders auffällig ist dieses Verhalten bei zweispurigen Autobahnen im Überholvorgang. Zu Beginn vom Überholen von beispielsweise eines LKW’s ist die Karre, meistens irgendein Audi, BMW oder Mercedes, noch kilometerweit weg.  Jedoch sind sie im Rückspiegel sichtbar. Man selbst gibt Gas, damit man den LKW schnell überholt hat. Doch all das nützt nichts, denn die PS-Schleuder ist schneller da. Bremst zu spät und sehr stark ab, was die Folge hat, dass ich jedes Mal einen halben Herzinfarkt bekomme, wenn ich so etwas sehe. Denn das sind die Momente in denen ich eigentlich schon mit meinem Leben abschließe und nur noch hoffe, dass die Person hinterm Steuer des Rasers sich nicht verschätzt hat und mich nicht doch einmal quer über die Autobahn schiebt. Abgerundet wird dieses Programm von Lichthupe und Hupe. Dazu kommt ein Gefluche von mir, wenn ich überholt habe.

Doch wer jetzt denkt, dass sei nur bei Nacht auf den Autobahnen so, weit gefehlt. Dieses Verhalten wird am Tag noch getoppt. Generell ist es oft vorgekommen, dass ich nachts eine Straße lang fahre, die vorher eben nicht m

So sind Spurwechseln oder Abbiegen ohne Blinken schon an der Tagesordnung. Hier frage ich mich immer, ob die neuen Autos (vorzugsweise sind es tatsächlich neuere Modelle) keinen eingebauten Blinker haben oder diese kaputt sind. Okay, ein wenig muss ich hier auch die Faulheit der Menschheit berücksichtigen, die ja keinen Handschlag zu viel machen möchte. Dazu gehört auch, die Hand fürs Blinken zu bewegen. Diese kleine Handbewegung könnte einem irgendwann einmal sein Auto retten. Denn meistens gehen die Blinkerverweigerer dann in die Eisen und biegen ab. Einem selbst bleibt dann auch nur noch übrig, selbst stark zu bremsen und zu hoffen, dass einem der Hintermann nicht drauf brettert.

Oben habe ich mich bereits über Überholvorgänge ausgelassen. Nun kommen wir mal zu der Kategorie Radfahrer. Hier meine ich diejenigen, die selbst in die Pedale treten, um vorwärts zu kommen. Diese Spezies ist auf den Straßen nicht sehr häufig zu finden. Wenn man sie doch wahrnimmt, dann müssen sie auf der Straße fahren, da es keinen Radweg gibt. Hier habe ich zwei Beispiele, bei denen es beinahe gekracht hätte.

  1. Eine starke Steigung, 30 km/h erlaubt. Die Person auf dem Rad strampelt sich einen ab. Da die Strecke unübersichtlich ist, ist überholen nicht möglich. Also zockelt man brav hinter dem Radler her. Plötzlich ertönt von hinten nur noch eine Hupe und Lichthupe, man sieht nichts mehr. Ein LKW ist angerauscht gekommen und mir bis auf gefühlte zehn Zentimeter Abstand hinten drauf gerast. Super Leistung.
  2. Eine schöne Landstraße. Gut 70 km/h erlaubt. Die Strecke ist gerade, es kommt keiner entgegen. Also blinken und nichts wie vorbei. Jedoch hatte der Typ im Audi es hinter mir noch eiliger. Während ich halb auf der anderen Spur bin (man soll ja genügend Abstand zum Fahrradfahrer halten), gibt der Audi Gas und überholt auch mich, während ich den Radfahrer überhole! Unglaublich, aber wahr. Ich stehe nur noch auf der Hupe und fluche wie ein Rohrspatz.

Von der Landstraße zum Stadtverkehr. Ich war in Hagen unterwegs und auf der linken von zwei Spuren. Neben mir ein anderer Kleinwagen etwas weiter vor. Eine grüne Ampel ist zusehen. Wie sollte es auch anders sein? Hinter mir kommt jemand mit einem älteren Twingo oder so angerast. Zwischen mir und dem Auto auf der anderen Spur ist genügend Platz, als dass der Twingo nun auf die rechts Spur begibt. Doch damit nicht genug: Er fährt so dicht auf seinen Vordermann auf, dass ich es in Gedanken nur noch knallen sehe und Hupe wie eine Irre. Worauf hin der Twingo wieder auf die linke Spur geht und weiter rast. Doch nur so weit, bis die nächste, rote Ampel in Sicht ist und ich ihn wieder vor mir habe. Da hat ihm das Rasen nichts gebracht.

Aber es gibt nicht nur die Jenigen, die einen mit gut 70 Sachen in 30er Zonen überholen. Es gibt sie auch, die Schleicher. Besonders beliebt auf Autobahnen. Da pachtet diese Gattung von Autofahrer entweder die linke oder mittlere Spur. Die rechte kennen viele nicht. Zumindest ist es meine Meinung.

Aber man muss ja erst einmal auf die Bahn kommen. Da gibt es auch wieder zwei Typen.

Typ 1 wechselt, wenn alles frei ist, auf die linke Spur und lässt den anderen auf die Bahn auffahren. Sehr vorbildlich.

Typ 2 hingegen macht, trotz freier, linker Spur, keine Anstalten, auf die freie Spur zu wechseln. Stattdessen werden diese Autofahrer dann noch langsamer, hupen wie die Blöden, wenn man vor ihnen auffährt. Danach überholen sie einen und zeigen einem im Idealfall noch den Vogel.

So, jetzt habe ich mich genug aufgeregt. Zum Schluss bleibt nur zu sagen, dass es immer solche und solche gibt. Natürlich kann man das hier aufgeführte nicht verallgemeinern, jedoch sind alle hier beschriebenen Fälle tatsächlich so passiert und ich übertreibe in keinster Weise 😉

 

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