Die Sache mit den Pferden

Dieser Beitrag ist überfällig. Wirklich. Denn es geht um ein Thema, was den einen oder anderen in meinem privaten Umfeld nervt oder er kann damit nichts anfangen. Pferde. Meine Leidenschaft, mein Ort, an dem ich abschalten kann.

Foto: Jenny Musall (m)

Viele können diese Liebe zu den Pferden nicht verstehen oder gar nachvollziehen. Nur wenige Menschen in meinem Umfeld sind genauso begeistert für diese Fellnasen, wie ich es bin. Deshalb habe ich mich entschieden, mal zu erklären, woher das Ganze eigentlich kommt. Dafür muss ich sehr weit zurück gehen. Denn schon sehr früh haben mich diese Tiere fasziniert. So riesig, stark und dennoch ein sanftes, gutmütiges Wesen. Meine Eltern mussten leiden und sie haben wirklich sehr gelitten. Das muss ich an dieser Stelle sagen und gestehen, dass sie es nicht leicht mit einer pferdebekloppten Tochter hatten. Denn wäre es nach meiner Mutter und einer Oma gegangen, wäre ich niemals reiten gegangen, sondern hätte Ballett getanzt. Auch die üblichen Mädchenspielzeuge wie Puppen, fand ich doof. „Das ist etwas für Mädchen“, fand ich und konnte dem nichts abgewinnen. Aber alles, was auch nur ansatzweise mit Pferden zu tun hatte, fand meine Begeisterung. Denn direkt gegenüber standen auch bei uns Pferde auf der Wiese, die ich jeden Tag gesehen hatte. Es hat allerdings sehr lange gedauert, bis ich endlich aufs Pferd durfte.

Der Einstieg über Voltigieren

Im zarten Alter von fünf Jahren hatte ich meine Eltern so lange terrorisiert, dass sie endlich nachgegeben hatten. Meine Mutter fuhr völlig entnervt mit mir zum örtlichen Reitverein, um mich anzumelden. Doch dem Reitlehrer war ich zu klein. „Warten Sie noch ein Jahr“, sagte er zu meiner Mutter. Was ein Drama! Ich war zu klein. Das Jahr ging schnell vorbei und ich erinnere mich noch dran, wie wir ein Jahr später hingingen. Der Reitlehrer saß im Reiterstübchen und schlürfte Erbsensuppe. Daran erinnere ich mich noch genau. „Die ist mir für die Longe noch zu klein. Aber probieren wir es mit dem Voltigieren“, sagte er. Gesagt, getan und angemeldet. Meine Mutter war wenig begeistert. Ihre kleine Tochter auf so einem großen Tier, das geht gar nicht! Bei dem Voltigierpferd des Vereins hat es sich nur um einen Haflinger handelt. Stabil, aber nicht groß. Das erste Mal voltigieren. Lustig, denn ich ich wurde hochgehoben und flog über das Pony drüber. Kommentar von meiner Helferin: „Huch, du bist aber leicht.“ Danach ist das nicht mehr passiert und es war eine tolle Zeit. Genau ein Jahr später ging es dann ab in den Reitsportladen. Hose und Stiefel mussten gekauft werden, denn es war so weit. Meine erste Stunde an der Longe stand an. Einen Helm hatte ich von meiner Tante bekommen, inklusive Putzzeug und Handschuhe. Das Putzzeug wurde an der Couch sehr zum Leidwesen meiner Eltern ausprobiert und für gut befunden.

Vor der ersten Stunde war ich nervös aber es klappte. Nach wenigen Stunden durfte ich dann alleine reiten. Was war das komisch, machte mich aber stolz. Über viele Jahre hinweg ist der Stall mein Zufluchtsort gewesen. Oder auch da, wo Pferde auf der Weide standen.

Ein Umzug mit Folgen

Doch das war irgendwann im April 1995 nicht mehr möglich. Ich zog um in eine andere Stadt. Die erste Zeit bin ich nach wie vor an jedem Tag in meinen alten Stall gebracht worden. Doch das ließ nach. Es machte sich auch so etwas wie die Pubertät bemerkbar, doch ich wollte weiter reiten gehen. Allerdings stellte sich das als schwierig heraus, denn in dem anderen Stall habe ich kein Vertrauen zur Reitlehrerin gefasst, wurde viele, viele Schritte zurück geworfen, was hinterher wieder mit Stunden an der Longe endete. Die Pferde ließen mich trotzdem nicht los und ich fasste den Entschluss, irgendwann in den Sattel zurück zukehren. Mir einen vernünftigen Stall zu suchen und wieder anzufangen. Doch aus verschiedenen Gründen ist das nichts geworden.

Rückkehr in den Sattel?

Vor gut drei Jahren bekam ich das Angebot von einer Bekannten, mal zu testen, ob ich mit ihrem Wallach zurecht kommen würde. Das Pferd hatte ein Stockmaß von mindestens 1,85 Meter, ich hatte Muffensausen, da ich keinen Helm dabei hatte. Aber ich wagte es. Wir fanden gut zusammen und es war geplant, dass ich nun öfters mal den Großen bewegen könnte. Doch dazu kam es nicht. Er war immer wieder krank und ist daran auch eingegangen. Zu diesem Zeitpunkt kam ich in die Berichterstattung über Turniere immer tiefer rein. Machte einen Lehrgang der FN mit und saß entsprechend knapp zwei Jahre später erneut im Sattel. Zumindest hatte es keine 20 Jahre gedauert, bis ich wieder auf dem Pferd gesessen habe. Ich nahm mir vor, mir einen Hof zu suchen und dort Stunden zu nehmen. Als alles so gut wie in trockenen Tüchern war, habe ich mich blöd verletzt, eine Odyssee an Ärzten hinter mir und werde nun operiert. Mein Vorsatz für das nächste Jahr? Ihr könnt es euch sicher denken, zurück in den Sattel!

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