Auf Zeitreise: Lost Places

Sie sind alt und teilweise verfallen oder zerstört. Sogenannte Lost Places sind „in“

Zerstörte Brücke bei Wesel

Lost Places sind in. Youtuber wie It’s Marvin zeigen, wie es in verlassenen Gebäuden im Ruhrgebiet aussieht. Das animiert viele, sich diese Orte einmal selber anzuschauen. Denn wie Bergbau einmal funktioniert hat, das kann sich die Generation Smartphone nicht vorstellen. So finden sie es toll, sich diese Orte einmal selber anzuschauen. Was sie vorfinden, sind meist Industrieruinen, um die sich keiner mehr kümmert, da sie für die RAG nicht mehr nutzbar sind. Grund: eingestellter Bergbau. Aktuell ist nur noch das Bergwerk Prosper Haniel in Bottrop aktiv, was allerdings in den nächsten Tagen bereits Geschichte ist. Und die RAG tut alles, damit die Zechen auch nach ihrem Aus geschützt sind. Sie verfüllt die Stollen und sorgt dafür, dass der Zutritt auf das Gelände nicht möglich ist. Doch es gibt immer einen Weg auf das Gelände und das in das Gebäude hinein.

Am Rande der Legalität

Oft sind schon andere vor einem da gewesen, die Löcher in die Zäune gemacht haben. So hat der geneigte Urbexer schon einen Einstieg. Auch an den gesicherten Gebäuden sind Löcher zu finden, durch die man hineinkommt. Ist man erst einmal im Gebäude drin, ist immer noch nicht bekannt, was einen erwartet. Manche Gebäude oder auch Zechen sind vor lauter Verwüstung kaum noch zu erkennen. Hier und dort liegen Möbel herum, die zerstört sind. Manch Fensterscheibe ist ebenfalls eingeschlagen. Aber es gibt auch Beispiele, bei denen das Gebäude vollkommen unberührt scheint. Nichts ist beschädigt, sodass man sich die Sachen in Ruhe ansehen kann. Doch wo sind diese Orte, die den Reiz ausmachen? Viele Orte sind bekannt. Wie die alten Zechen im Ruhrgebiet. Manche kriegt man nur durch ausführliche Recherche heraus. Manch ein Lost Place wird von Security-Firmen bewacht, die entweder 24/7 da sind, oder bei denen bekannt ist, dass alle paar Tage einmal nachgesehen wird. Ein Urbexer kennt das Risiko, erwischt zu werden. Wird er von einem Security erwischt, so kann dieser die Polizei verständigen und den Erwischten entweder verwarnen oder gar wegen Hausfriedensbruch anzeigen. Selbst, wenn der Urbexer nichts zerstört und nur Fotos und Videos macht, sind das Dinge, die passieren können. In der Urbexer-Szene wird schon länger gefordert, dass man in Begleitung in das Gebäude hinein darf. Auf offiziellem Weg. Allerdings geben Eigentümer solche Genehmigungen nur selten heraus, wegen der Angst vor Vandalismus und der Gefahr vor Verletzungen, für die der Grundstücksbesitzer haftet.

Wenn man auf andere Urbexer trifft …

Panzer bei Aachen

Trotzdem schauen sich gerne Menschen diese Orte an, denn sie sind oftmals stille Zeitzeugen längst vergessener Tage. Allerdings muss man sich gut vorbereiten. Denn zum einen sind sie teilweise, wie bereits oben geschrieben, sehr gut bewacht. Man weiß oftmals, trotz sorgfältiger Recherche, nicht, ob sich Wachpersonal auf dem Gelände befindet. Teilweise kommt man nur auf das Gelände drauf und gar nicht in das Gebäude, weil sämtliche Eingänge verbarrikadiert sind. Es gibt auch Fälle, in denen wird einem der Eingang gerade zu auf dem silbernem Tablett präsentiert. Sei es durch Löcher im Zaun oder einer offenstehenden Tür.

Ist man erst einmal im Gebäude drin, ist dennoch Vorsicht geboten. Denn es kann sein, dass auf einmal ein Security vor einem steht. Oder man von anderen Urbexern „erwischt“ wird. Hier gibt es zwei Kategorien: Die einen, einen darauf hinweisen, dass der Zutritt verboten ist und darauf bestehen, dass es deren „Eigentum“ ist. Diese Gattung versteht keinen Spaß, dreht gerne Videos und beansprucht alles für sich selbst.

Vorbereitung und Vorsicht sind geboten

Dann gibt es aber auch noch diese, in die man rein rennt, sich das Gebäude gemeinsam ansieht. Man verbringt eine nette Zeit miteinander und geht auf Spurensuche. Wichtig dabei ist, dass man sich trotz allem ruhig verhält. Denn ist man zu laut, kann das ungebetene Gäste auf den Plan rufen. Man sollte sich daher unauffällig verhalten. Außerdem kann es von Vorteil sein, wenn man Gelände vorher erkundet und sich Pläne zurecht legt, wie man im Fall der Fälle schnell und unentdeckt verschwindet.

Aber auch die Kleidung spielt eine entscheidende Rolle. Oftmals sind die Gebäude sehr dreckig und mit Scherben übersät. Hier empfehlen sich Handschuhe und festes Schuhwerk. Auch die Kleidung sollte dreckig werden können. Auch kann es von Vorteil sein, dass man so etwas wie Pflaster und Desinfektionszeug dabei hat. Falls man sich einmal schneidet.

Wie gesagt, es ist ein teilweise sehr gefährliches Unterfangen und legal ist es schon einmal gar nicht. Daher geht jeder auf eigene Verantwortung rein.

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