Faire Honorare? Was ist meine Arbeit wert?

Über diesen Beitrag habe ich lange nachgedacht. Denn über Geld spricht man nicht. Immer wieder lese/höre ich von Kollegen, dass sie ums Überleben kämpfen und man fast gar nicht mehr als freier Journalist, Schreiber leben kann.

So ist es gekommen, dass ich mich gefragt habe „Was ist eigentlich meine Arbeit wert? Für welchen Betrag klappe ich meinen Laptop auf?“ Das ist gar nicht so einfach. Aber ich habe inzwischen eine Preisliste erstellt, bei der die Preise angemessen sind. Aber was ist angemessen? Tja, dem einen ist das zu teuer, dem anderen ist es zu billig. Man kann es also keinem recht machen. Allerdings muss ich sagen, dass meine Preise nun so kalkuliert sind, dass ich sie für angemessen halte und auch selbst zahlen würde.

Was ist meine Arbeit wert?

Ehrlich gesagt, ich habe im letzten Jahr erleben müssen, dass man um viel Geld gebracht wird und Honorare runter gerechnet werden. Meistens gibt man nach, weil man den Kunden braucht. Doch ich habe während der Aufträge festgestellt, was es heißt, sich den Hintern für wenig Geld aufreißen zu müssen. Die Summe hat sich als Gesamtbetrag gerechnet, ist in Ordnung. Aber wenn man bedenkt, dass man seine Lebenskosten selbst erwirtschaften muss und viel Zeit für die Aufträge draufgeht, ist die Summe nicht gerechtfertigt gewesen. Die meisten Auftraggeber wollen nicht mehr bezahlen, als einen Cent pro Anschlag. Zumindest im Journalismus. Und das sind Preise, wo ich ehrlich sagen muss, auch wenn ich mir damit wahrscheinlich alles versaue, aber dafür arbeite ich nicht mehr. Punkt. Keine Diskussion. Natürlich argumentieren Auftraggeber so, dass sie nicht mehr zahlen können. In den meisten Fällen ist mir inzwischen bekannt, dass sie nicht mehr zahlen wollen. Zumindest sind das meine Erfahrungen.

Ghost Writer?

Vor kurzem habe ich eine Anfrage bekommen. Ob ich wissenschaftliche Texte verfassen könne und was die Themen wären, die ich schreiben könne. Dazu ist mein Preis pro Seite angefragt worden. Ich habe nach etwas Recherche das Unternehmen herausbekommen. Es war eine Anfrage von einem Unternehmen, das Ghost Writer sucht. Pro Seite hat das Unternehmen von dem Auftraggeber 38,00€ verlangt. Bei 40 Seiten sind das locker mal eben 1520,00 €. Das ist eine Stange Geld, die ein Studi für eine Arbeit hinlegt. Mein Angebot pro Seite ist dem Unternehmen zu teuer gewesen. Das Angebot, was mir unterbreitet worden ist, lag dann bei vier Cent pro Wort. Je nach Formatierung einer Arbeit sind das pro Seite maximal 7,50 €. Da kommen gerade einmal 300,00 € für den Schreiberling bei rum. Also macht das Unternehmen einen Gewinn von 1220,00 €. Und ich als Ghost Writer gebe sämtliche Recht (auch das Urheberrecht!) ab. Ob die Arbeit nun gut oder schlecht ist, wäre mir bei den Konditionen egal gewesen. Allerdings bin ich auch der Meinung, dass man seine Hausarbeiten und Abschlussarbeiten selber schreiben sollte. Egal, wie wenig Zeit man hat. Denn es geht nicht immer nur um eine gute Note. Und das Angebot war einfach zu schlecht für den Betrag, der genannt worden ist.

Preis für ein Foto

Auch hier habe ich verrückte Angebote bekommen. Bei Imgao sind es pro Bild manchmal nur 1,99 € die man bekommt. Je nach Titel können es aber auch 150,00 € und mehr sein. Wenn man es eben nicht über eine Agentur macht. Auch hier habe ich ein Angebot bekommen, dass ich angenommen habe, weil ich den Kunden brauchte. 10,00 €, mehr war dem Auftraggeber ein Bild nicht wert. Dabei sollte nach Zeitungsbedingen gezahlt werden. Da bin ich bei 17,50 €. Wollte man aber nicht bezahlen. Bitte bedenken, dass ich hier die ganze Zeit von der journalistischen Verwertung eines Fotos schreibe. Bei Shootings sind die Preise anders. Hier verlange ich wesentlich mehr. Denn eine vernünftige Kamera ist nicht billig und auch die Objektive sind alles andere als billig. Aber das kalkuliert kein Auftraggeber ein. Letztendlich habe ich mit einem Foto tatsächlich mehr zu tun, als mit einem Text. Das Foto muss in den meisten Fällen bearbeitet werden. Dazu kommt die Beschriftung in Form von IPTC Daten, die man vorher auch noch fertig machen muss. Denn ohne kann man das Foto nicht zuweisen, wenn es in den Verkauf geht.

Ich möchte hier nicht wettern und meine Preisliste offen legen, aber das sind die Konditionen, die mir oft in der Praxis genannt werden. Auch kann man über jeden Preis sprechen. Aber man muss bedenken, dass es Menschen gibt, die von ihrem Beruf leben müssen.

 

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